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Allgemeiner Bauernschützenverein Oeding-Nichtern e.V.

1812 Die ersten Offiziere

Am 5 ten August 1812 wurden beim Bürgermeister Theodor Rensing in Oeding alle Offiziere über Gesetz und Verordnung informiert.

Ein weiteres Indiz für die Existenz eines Schützenvereins war auch folgender Eintrag:

(FS) Am 5 ten August 1819 wählten wir unser Komitee, unter anderem die Offiziere, Korporal und Buchführer des Bauernschützenverein in Oeding Nichtern.
Gerard Flaskamp als Buchführer
Bernard Markers wurde Korporal
Stephan, Johann Hulscher als Fahrer
Joseph Robers als Doktor

Wenn ich selber als Schreiber nicht anwesend bin, wurde beschlossen, das mein Bruder Joseph, Henrich Flaskamp die Vertretung übernehmen soll.

Ab sofort der Appell an Alle:

Gewissenhaft und vertrauensvoll die ehrenamtlichen Verpflichtungen auszuführen.

Es muss sich um einen Junggesellen-Schützenverein gehandelt haben, anders sind einige Eintragungen so wie der folgende nicht zu erklären:

(FS) Da wir durch Sterbefälle und Heiraten einige von unseren Offizieren verloren haben, so haben wir alle für richtig gehalten, die fehlende Offiziere wieder auszugleichen und zu ersetzen.
So ist es auch im Jahre, am 29 ten Juni 1810 nach der Verordnung von 1791 geschehen.

Die erste Aufzeichnung über ein Vogelschiessen wurde 1823 gemacht. Unklar ist, ob vorher schon eine Art des heute bekannten Vogelschiessen durchgeführt wurde, und welchen Stellenwert dieses Schiessen hatte.

(FS) Am 15 Juni 1823 trafen wir uns zum Vogelschießen. Mit dem Vogelschießen begann das Schützenfest.

Aber irgendwie musste so ein Schützenfest ja auch finanziert werden. Das Bauernschützenfest wurde hauptsächlich durch das sogenannte Verschatten finanziert, wie es aus den Aufzeichnungen und Urkunden zu ersehen ist.

Zur Erklärung:
Verschatten heisst Gratulation des Brautpaares bei der Ankündigung der Hochzeit. Sehr wahrscheinlich war es üblich Bier und Alkohol zu spenden, für das gemeinsame Schützenfest. Dies wird deutlich durch folgende, der sehr zahlreichen Aufzeichnungen dieser Art:

(FS)Am Christi Himmelfahrtstag 1813 haben wir Elisabeth Brinkmann Glück gewünscht, Sie hat uns dafür eine Tonne Bier versprochen.
Auch auf Christi Himmelfahrt 1813 haben wir Elisabeth Borgmann aus Südlohn Glück gewünscht. Sie hat uns eine Tonne Bier versprochen. Sie ist nach Robert gebracht worden.
Am 3 ten April 1814 haben wir Henrich Emming gratuliert und Glück gewünscht. Er hat uns eine halbe Tonne Bier und 3 Kannen Fusel versprochen.

Es gab anscheinend auch recht regelmäßige Versammlungen der Schützen aus Nichtern, bei denen so mache Verordnung gemacht wurde. Eine für uns sehr amüsante ist diese, sie wird seinerzeit aber wohl ihre Gründe gehabt haben.

(FS)...
Beim Tanzen haben wir folgende Verordnung getroffen: Jeder darf nur 6 Tänze machen.
Darüber hinaus kostet es eine viertel Kanne Fusel Strafe.
Dies wurde mit allen Gesellen im Hause Rensing zu Oeding am 15 ten Juni 1791 beschlossen. ...

Vielleicht erklärt sich dadurch die bis heute bei einigen wenigen Schützenbrüder auftretende Tanzfaulheit. Vielleicht kann man ja als Entschuldigung die Gene der Vorfahren anbringen, die instinktiv Angst vor Fusel-Strafe schüren.

Es gibt aber auch noch Informationen über das Nichterner Schützenfest, die durch mündliche Überlieferung erhalten blieben und nachher schriftlich fixiert wurde. Es handelt sich dabei u.a. um einen tragischen Zwischenfall, der dazu führt, dass das Schützenfest 76 Jahre lang nicht mehr gefeiert wurde. Hierzu der Auszug aus der Festschrift:

(FS) Weitere Einzelheiten sind uns durch mündliche Überlieferungen des Schützenmitglieds Bernhard Siems und anderer zugetragen. So besitzt Bernhard Siems noch eine Wiese, die Stangenbülten genannt wird. Auf diesem Bülten waren Erdwälle wie auch Gräben. Hier wurde vor hundert und mehr Jahren Bäume mit der Hand zu Brettern geschnitten. Lt. Bernhard Siems hat sein Großvater (verstorben 1913) seinem Vater überliefert (verstorben 1937), daß man auf diesem Stangenbülten bis zum Jahre 1854 immer eine Vogelschießen veranstaltet hat. Auch Franz Picker hat zu seinen Lebzeiten immer gesagt, daß der Schützenverein weitaus älter sein müsse. Bis zu dem vorgenannten Jahr wurde mit Vorderladern geschossen, wobei sich damals ein tödlicher Unfall ereignete, bei dem der Knecht des Bauern Ehbing zu Tode kam. Seit diesem Ereignis fand, so sagt man, kein Vogelschießen mehr in dem besagten Wäldchen (heute Wiese links und rechts der Vredener straße statt. Auch deutet alles darauf hin, daß von diesem Jahr an kein Schützenfest mehr in der Bauerschaft gefeiert wurde.

Dies war ein kurzer Überblick über die "Entstehung" des Schützenvereins Nichtern. Wenn noch jemand weitere Information aus dieser Zeit hat, die zur Vervollständigung der Vereinsgeschicht beitragem könnten, bitten wir darum diese dem Vorstand zukommen zu lassen. Der Schützenverein bedankt sich bereits jetzt bei Ihnen für die Möglichkeit Informationen und Begebenheiten dieses Traditionsvereins nicht sterben und in Vergessenheit geraten zu lassen.

Sie können zum Thema Vereinsgeschicht natürlich auch gerne Informationen in unser Gästebuch schreiben, oder uns direkt eine e-mail schreiben.


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